#jetztistschulz #zeitfuermartin

So. Heute war Krönungsmesse und der neue König hat geliefert. Überzeugende Rede, Sozialdemokratie pur und natürlich auch ein gerüttelt Maß Bauchpinseln für die Genossinnen und Genossen.

Was mir am meisten gefällt: Mit Mister Europa setzen wir die richtige Duftmarke gegen die antieuropäische Flitzkacke der Nationalisten. So ist es gut.

Die Antrittsrede:

Macht schlägt Ideologie

Ach CDU Baden-Württemberg, wie schnell doch Grundüberzeugungen über Bord geworfen werden, wenn die Töpfe der Macht locken. Fünf Jahre lang und ganz besonders im Wahlkampf bedeutete die Gemeinschaftsschule nach der Lesart der Konservativen ganz bestimmt den Untergang des Abendlandes. Keine andere Reform der grün-roten Regierung wurde heftiger bekämpft. Kein Mittel war dabei zu schmutzig und so wurde Eltern kräftig Angst gemacht. „Einheitsbrei“ war noch die harmlosere Bezeichnung, die für die Gemeinschaftsschule gewählt wurde. Eltern von Gemeinschaftsschulkindern erkannten ihre Schulen schon gar nicht mehr, so verzerrt war die Darstellung.

Kaum aber winkt eine Regierungsbeteiligung, schon interessiert das Geschwätz von gestern nicht mehr. Es gibt nicht nur eine Bestandsgarantie für die existierenden Gemeinschaftsschule, nein, sogar neue Schulen soll es geben! Mit gymnasialer Oberstufe! Heureka, wenn das mal nicht die Gymnasien endgültig entwertet.

Tja, die Aussicht auf Macht schlägt Ideologie.

Es könnte auch Einsicht sein, aber soweit möchte ich dann doch nicht gehen. Selbst dann nicht, wenn der Landes-CDU sicher nicht entgangen ist, wie der scheidende Kultusminister Andreas Stoch mit stehenden Ovationen als bester Kultusminister Baden-Württembergs bezeichnet wurde und sein neuer Bildungsplan (um den auch skurrile ideologische Scheindebatten geführt wurden) mit dem Prädikat „epochal“ ausgezeichnet wird.

Ude hat recht …

… so demontiert man sein Spitzenpersonal nicht, wie wir das auf unserem Bundesparteitag mit Gabriel getan haben.

Warum soll uns irgendjemand wählen, wenn wir mit schöner Zuverlässigkeit auf uns selbst eindreschen.

Bei aller wichtiger Diskussionsfreudigkeit: Das ist eine  Eigenschaft meiner Partei, auf die ich gerne verzichten könnte.

» Interview mit Christian Ude im Merkur