Erst mal eine Nacht drüber schlafen

Ein kurzer Gedanke zu Nachrichten und sozialen Medien. Geboren aus zwei Beiträgen, die ich gerade so gelesen habe, die nicht unmittelbar mit einander zusammenhängen, aber irgendwie dann halt doch.

Da ist das, was @hulalena auf Mastodon geschrieben hat:
 

Post by @hulalena@chaos.social
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Und da ist das, was @buddenbohm gestern gebloggt hat: Unter dem nicht ganz so großen Stein. Er beschreibt da seinen veränderten Nachrichtenkonsum, bei dem er am Tagesaktuellen nicht mehr so klebt, „wie ein Putzerfisch an der Scheibe des Aquariums“. Ein schöner Vergleich. Sein Blogbeitrag wurde durch einen anderen Blogbeitrag vom Stadtneurotiker inspiriert, der wohl ins selbe Horn stößt.

Mir geht es ähnlich wie Buddenbohm und ich sehe da auch einen Bezug zu Hulalena, denn letztlich geht es darum der üblichen Empörungsspirale zu entkommen. Weniger Sensationsnews, weniger direkte Reaktion darauf, mehr Medienkonsum mit Vertiefung.

Letzteres gibt es in der Regel erst so einige Tage später. Nun mag die Sau dann zwar offiziell schon wieder aus dem Dorf raus sein, aber egal: Wenn man sich dann immer noch zu dem Thema melden möchte, dann hat das meist auch mehr Tiefgang und folgt einem stringenteren Gedanken.

Insofern ist es mein Ansatz – den ich auch oft befolge – bei den typischen „Breaking News“ nicht nur mal kurz einen Schritt zurückzutreten, sondern wenigstens mal eine Nacht darüber zu schlafen.

Kommentare

14 Antworten zu „Erst mal eine Nacht drüber schlafen“

  1. @ossis-blog @hulalena Mir ging das schon nach dem Amoklauf von Winnenden so: https://kaffeeringe.de/2019/03/11/der-amoklauf-von-winnenden-hat-mein-medienverhalten-veraendert/
    Allerdings hat sich das noch weiter verstärkt: Ich weiß noch, wie mich mein Vater morgens geweckt hat, als die Mauer gefallen oder Lady Di gestorben ist. Als 2001 die Flugzeuge ins World Tradecenter einschlugen, habe ich meinen Vater bei der Arbeit angerufen.
    Als jetzt die USA in Venezuela einmarschiert sind, habe ich nicht einmal mit meiner Frau bis abends drüber gesprochen.

    Was solls? ich kanns nicht ändern. Ich kann nur seinen kleinen täglichen Beitrag leisten, dass es besser oder zumindest nicht noch schneller schlechter wird. Dazu reicht ein ruhiger Blick aufs große Ganze.

    1. Oswald Prucker

      Ich kann mich noch erinnern, dass wir zur Zeit des Mauerfalls sogar einen grottenschlechten kleinen Fernseher auf den Frühstückstisch gestellt haben 🙂 Damals war man allerdings wenigstens nicht verführt zu allem und jedem gleich was in die Welt zu posaunen 🙂

  2. @ossis-blog @hulalena Ich finde es schön, wenn die Verbindungen sichtbar sind.

  3. Ich lass es auch erstmal gründlich sich setzen. Nicht nur Nachrichten aus den Medien, sondern auch sonst privates Zeug. Schon lange eingeübt. Tut wohl.

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