Badische Zeitung und SPD

Ich lese die Badische Zeitung seit ich hier lebe. Ich tue dies im Wesentlich deshalb, weil ich wissen will, was in und um meine Heimat herum so passiert. Seit ich in der Kommunalpolitik unterwegs bin, ist das natürlich noch wichtiger aber mein Leseverhalten war und ist davon unbeeindruckt. Es ist schon immer der Lokalteil, der mir wichtig ist.

Aber natürlich liest man auch den Rest der Zeitung und nicht wenig davon finde ich gut gelungen. Ich bin also nicht derjenige, der dauernd über sein Provinzblatt mault oder meint, dass die eigene Partei systematisch runtergeschrieben wird. Besonders SPD-freundlich ist das Blatt zwar nicht, aber welche Zeitung ist das schon (vorwärts ausgenommen).

Schlimm war allerdings die Berichterstattung zum Verzicht Sigmar Gabriels und Nominierung von Martin Schulz. „Gabriel wirft hin“ stand da in großen Buchstaben und was darunter kam, das traf weder meinen noch den allgemein sonst transportierten Eindruck zu den Ereignissen. Da ging es nur um ein finales Rumtrampeln auf jemanden, der vermeintlich schon am Boden lag. Der Kommentar von Thomas Fricker blies ins selbe Horn, kloppte auf Gabriel ein und sprach Schulz jegliche Eignung ab.

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#jetztistschulz #zeitfuermartin

So. Heute war Krönungsmesse und der neue König hat geliefert. Überzeugende Rede, Sozialdemokratie pur und natürlich auch ein gerüttelt Maß Bauchpinseln für die Genossinnen und Genossen.

Was mir am meisten gefällt: Mit Mister Europa setzen wir die richtige Duftmarke gegen die antieuropäische Flitzkacke der Nationalisten. So ist es gut.

Die Antrittsrede:

Zwei Gedanken zum Freiburger Vergewaltigungsfall

Ich wollte nichts dazu schreiben. Hauptsächlich, weil es sich für mich so anfühlt, dass das Opfer dieser furchtbaren Tat mit jeder Zeile, die man dazu schreibt, nochmal zum Opfer wird. Diese Gefahr besteht und ich will einfach diese menschliche Tragödie nicht für politische Zwecke missbraucht sehen. Auch nicht für meine und ja, diese Gefahr besteht.

Trotzdem muss ich dazu ein paar Anmerkungen los werden.

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Steinmeier als Bundespräsident: Da gibt es keine Verlierer

Ich freue mich ganz außerordentlich, dass Frank-Walter Steinmeier wohl der nächste Bundespräsident wird. Nicht, weil er Sozialdemokrat ist, sondern schlicht, weil er der beste Mann für das Amt ist. »Ein Zeichen gegen den Trumpismus«, wie Roland Nelles auf spiegel.de kommentiert.

Was mich aber unglaublich nervt, ist dieses ganze Gewäsch auf Spiegel und sonstwo, wonach das eine Niederlage für die Union und ein Sieg für Gabriel wäre. Das ist doch dumm. Es ist vielmehr ein Zeichen politischer Vernunft. Es gab keinen echten anderen Kandidaten und deshalb gehen Merkel und Co. diesen Weg mit.

Heiko Maas hat da recht:

Deutschland gewinnt, keiner verliert.

Grapschen nicht gleich grapschen?

Meuthen, der Braune im blauen Gewand feiert den Wahlsieg von Trump und sieht darin ein „gutes Signal für die Welt“ (1) und eine Zeitenwende.

Na klasse.

Ich dachte Grapscher sind der Untergang des christlichen Abendlandes™? Donald „Grab her by the pussy“ Trump ist bekennender Grapscher. Das scheint also ein anderes Grapschen zu sein.

Ich habe ganz generell was gegen Grapscher.

(1) Googelt die Quelle selbst. Ich verlinke das nicht.

Wo bleibt das Zuwanderungsgesetz?

Vor wenigen Tagen erzählt mir ein befreundeter Handwerker stolz, dass er einen Azubi gefunden hat. Klar habe ich ihm gratuliert und gleich gefragt, ob denn die Geschäfte gut genug liefen um auch einen Gesellen einzustellen. „Da kriegst du niemand“, war die Antwort mit einem Unterton, der es wahrscheinlicher erscheinen ließ, dass in den nächsten fünf Minuten ein kleines grünes Marsmännchen vorbei kommt als dass er jemals auch nur die Bewerbung eines Gesellen kriegen würde.

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Offene Standards müssen her

Microsoft sichert sich seine Quasimonopolstellung im Office-Bereich nicht durch seine tollen Programme (die in der Tat mittlerweile sehr stark sind), sondern durch seine proprietären Standards. docx-, xlsx- und pptx-Dateien sind nun mal vernünftig nur mit den Programmen aus diesem Hause lesbar. Damit sind Kommunen und Behörden quasi an den Softwareriesen aus Redmond gefesselt. Versuche, davon wegzukommen – wie beispielsweise in München – laufen permanent Gefahr, wieder kassiert zu werden und sind auch schwierig.

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